Mit ihrer Ausstellung im Kunstkreis Karlsfeld präsentieren die Fürstenfeldbrucker Künstlerinnen Esther Balázs und Heike Döscher fragile Objekte, Zeichnungen und Malerei, die sich mit dem Spannungsfeld von Material, Erinnerung und Identität auseinandersetzen.
Die gezeigten Werke eröffnen vielschichtige Bildräume, persönliche Narrative und Fragestellungen. Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage, wie Wirklichkeit konstruiert, verschoben und lebbar gemacht wird. Fragile Oberflächen treffen auf kraftvolle Gesten, reduzierte Formen auf expressive Verdichtungen. Die Werke vermögen den Betrachtenden vielschichtig zu involvieren.
Esther Balázs: Malerei als elementare Erfahrung
„Vielleicht kann man die Werke von Esther Balázs als einen Rückzug der Künstlerin in einen ästhetischen Raum sehen. In diesem Raum reflektiert sie die Eigenschaften von Farbe, ihr Verhältnis zum Licht und … spielt mit Proportionen. Man spürt und sieht die Vorsicht, den Versuch, das Tasten, ein Vor- und Zurück - … Vor allem seit ihrem Arbeitsaufenthalt an der Westküste Irlands beeindruckt Esther Balázs mit ihrer informellen Malerei in unvermindert hoher Qualität. Malerei als elementare Erfahrung, großartig, sensibel, wesentlich.“ (Anette Urban, Maxgalerie Augsburg)
Heike Döscher: Schwarze Seiten – Fragmente eines Lebens
Geschwärzt, geschreddert, freigelegt: In der aktuellen Ausstellung verwandeln sich Tagebücher von Heike Döscher in fragile Rauminstallationen, an Baumwurzeln hängend – eine umgekehrte Welt. Die geschwärzten Streifen sind Wurzeln und Tränen zugleich, teilweise verwandelt ins Glitzernde, verweisend auf das Unsagbare, auf Scham, auf Selbstzensur – durch das physische Zerschneiden und Schwärzen wird der Akt des Verbergens sichtbar. Wurzeln werden zu Baumkronen.
Die gezeigten Arbeiten von Esther Balázs und Heike Döscher wirken verletzlich und zugleich widerständig. Die Besucher bewegen sich durch ein Archiv, das sich öffnet und gleichsam verschließt. Im Raum entsteht begehbare Erinnerung. Was bleibt von der eigenen Geschichte, wenn Worte verschwinden?
Mit dem Quartett LE MÖPMÖP (Esther Balázs, Heike Döscher, Friedo Niepmann und Stefan Schessl) entsteht die experimentelle wie konzeptionelle Soundperformance Impromptu. Der Besucher taucht in eine Welt von elegischen bis kakofonischen Klängen, melodiöse und rhythmische Geräuschkulissen, durchwandert von erzählerischem Sprechgesang.
Esther Balázs und Heike Döscher in der GalerieKunstwerkstatt, Drosselanger 7, 85757 Karlsfeld Eröffnung* 17.04.2026, 19.00 Uhr Geöffnet jeweils Samstag/Sonntag, 18./19.4. und 25./26.04.2026, 14–18 Uhr Soundcollage* LE MÖPMÖP (Impromptu) 18.4. 16.00 Uhr
* Hinweis: Wegen der bestehenden Brandschutzauflagen dürfen sich maximal 20 Personen in der Galerie aufhalten. Wenn die maximale Besucherzahl erreicht ist, müssen die Türen vorübergehend geschlossen werden.
Foto: Privat |