Gemeinde Karlsfeld im Landkreis Dachau - „Hunger nach Kultur“: Erstes Karlsfelder Kulturwochenende SEH AM SEE - Trotz Regen ein voller Erfolg!
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„Hunger nach Kultur“: Erstes Karlsfelder Kulturwochenende SEH AM SEE - Trotz Regen ein voller Erfolg!

„Hunger nach Kultur“: Erstes Karlsfelder Kulturwochenende SEH AM SEE - Trotz Regen ein voller Erfolg!

(KA) „Singin‘ in the rain“ hieß es am Wochenende des 21./22. Juli 2018 in Karlsfeld: Die Macher der Kunstausstellung, die Kulturschaffenden sowie die Gäste mussten hinnehmen, dass es der Wettergott zur diesjährigen SEH AM SEE nicht gut mit ihnen meinte. Umso schöner, dass trotzdem einige Kunstinteressierte der traditionellen Kunstausstellung, die in diesem Jahr das erste Mal mit einem bunten kulturellen Rahmenprogramm ergänzt wurde, gefolgt sind.

 

Eröffnet wurde das Karlsfelder Kulturwochenende von Bürgermeister Stefan Kolbe und dem Vorsitzenden und Mitbegründer des Kunstkreises, Dieter Kleiber-Wurm sowie Marianne Klaffki in Vertretung von Landrat Stefan Löwl. Die Initiatoren der „neuen“ SEH AM SEE, 2. Bürgermeister Stefan Handl und Kulturreferentin Ingrid Brünich, ließen sich von dem Wetter nicht abschrecken und blickten mit Vorfreude auf das vielfältige Kulturprogramm des Wochenendes. Auch nicht von dem strömenden Regen abhalten ließen sich Bernhard Seidenath MdL und der ehemalige Landrat Hansjörg Christmann sowie einige wetterfeste Besucher, die den Auftakt des ersten Karlsfelder Kulturfestivals nicht versäumen wollten. „In Karlsfeld schlummert im Bereich Kultur viel Potenzial, dies gilt es zu wecken“, so Kolbe und Marianne Klaffki spürte „den Hunger nach Kultur im gesamten Landkreis“.

 

Für die musikalische Unterhaltung der Vernissage der 15ten SEH AM SEE sorgte das Akkordeonensemble des Musikvereins Karlsfeld, die in dem aufgestellten Zelt Unterschlupf fanden. Zwar unter schweren Bedingungen, aber mit großer Hingabe, spielten sie u.a. „Hello Dolly“ aus dem gleichnamigen Musical oder den Tango „por una cabeza“ von Carlos Gardel. Das Publikum klatschte begeistert Beifall.

 

Nicht nur Karlsfelder, sondern auch viele Gastaussteller, die aus München, Bodensee oder Chiemsee angereist sind, stellten ihre Kunstwerke aus. Insgesamt 27 Künstler zeigten außergewöhnliche Objekte wie den Schriftzug „Karlsfeld Biennale“, der im See stand, ein Fisch auf Plastikflaschen, eine schwarze Hose, aus der Pflanzen wuchsen, verschiedene bunt dekorierte Pyramiden in Form einer Spirale und vieles mehr. Die meisten der Kunstwerke beschäftigten sich mit dem Klimawandel und politischen Themen. Die menschengroßen Figuren aus Dosen und Holz stammen von einem Urgestein des Kunstkreises. Zum 11. Mal ist Ernst Lüttinghaus bereits dabei. Der 81-Jährige, der noch immer als Kunst-Dozent tätig ist, hat früher in Karlsfeld gelebt und wohnt jetzt in einem kleinen Ort hinter Landshut in einem Bauernhaus, in dem alle seine Kunstwerke einen würdigen Platz erhalten. Über den Regen ärgerte sich Lüttinghaus nicht, denn „der Regen hat auch etwas Positives, so treffen wir nicht mit den Badegästen und Grillenden zusammen und die Kunst ist sowieso Heizmaterial für die Seele“.

 

Großer Andrang herrschte bei der nächsten Veranstaltung, die zum Glück unter Dach stattfand. Über 100 Gäste fanden sich in der Gaststätte Sportpark ein, um Autor Alexander Paglialunga und seiner Geschichte vom Krokodil „Emil“, dem „Schrecken aus dem Karlsfelder See“ zu lauschen. Nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern waren begeistert von der Lesung, die von der Gemeindebücherei Karlsfeld organisiert wurde. „Die Geschichte des ausgebüchsten Krokodils ist tatsächlich wahr“, erzählt Ilsa Oberbauer vom Heimatmuseum, die ebenfalls im Publikum saß. Vor rund 50 Jahren ging der damalige Student Klaus Hager an einem heißen Sommertag an den Baggersee in Karlsfeld. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, aber Hager hatte sein Haustier mit im Schlepptau: einen 1,30 Meter langen Kaiman. Dieser konnte sich vor lauter Freude gar nicht mehr halten und tauchte in das kühlende Nass des Karlsfelder Sees ab und verschwand auf ewig. Paglialungas Geschichte ging dagegen gut aus. Mit Bildern aus dem Buch und Musik von den Vivaldi-Mäusen wurde der Nachmittag zu einer Multimedia-Show. In seiner Version ist das Krokodil über den Bach, der aus dem Karlsfelder See hinausläuft sowie die Amper, die Isar und die Donau ins Schwarze Meer gelangt. Vom Schwarzen Meer schwimmt Emil dann weiter, bis er schließlich am Nil bei seiner Familie ankommt.

 

Die Mitglieder der Original Effner-Band sind „Ehemalige“ des Josef-Effner-Gymnasiums in Dachau und spielen in verschiedenen Bestzungen hauptsächlich traditionellen Dixieland. Die Musiker zeigten sich ebenfalls wetterfest und spielten Samstagnachmittag im Zelt des Kunstkreises Stücke wie „The Rivers of Babylon“ oder „Rote Lippen muss man küssen“. Der Karlsfelder Geert Helberg spielte nicht nur Klarinette, sondern gab auch seine Gesangskünste zum Besten.

 

Im Jugendhaus hieß es „Kreativ für Jung und Alt“. Bürgermeister Stefan Kolbe gab sich die Ehre und besuchte das Jugendhaus, das zu einer kreativen Werkstatt umfunktioniert wurde und schwelgte selbst in Erinnerungen. Auch er war als Jugendlicher regelmäßig im Jugendhaus zu Gast. So ließ es sich der Bürgermeister nicht nehmen, auf dem zum Unterschreiben bereitgestellten, schwarzen Tisch zu unterzeichnen. Kinder, die mit ihren Großeltern zu Besuch waren, malten auf Schiefertafeln fleißig bunte Bilder und Jugendliche trugen Acrylfarben auf Holz auf. Das Jugendhaus-Team Simone Bauer, Beate Hartmann, Daniela Klemens und Katharina Wilde gaben Tipps und Hilfestellungen zu den verschiedensten kreativen Tätigkeiten.

 

Der verregnete Sonntag startete morgens mit einem Gottesdienst mit Diakon Markus Brandstätter und musikalischer Umrahmung des Kornelius Blockflötenensembles in der Korneliuskirche, etwas abseits vom See, jedoch wie der 2. Bürgermeister Stefan Handl bei seiner Begrüßung meinte „Wir holen uns den See durch die Wassermusik“. Handl betonte die enge Verbundenheit der Korneliuskirche zur Gemeinde und bedankte sich bei allen Beteiligten. „Diese Musik wurde auf dem Wasser gespielt“, so die Leiterin des Blockflötenensembles Elke Fluk zur dargebotenen „Wassermusik“ von G.F. Händel. Mit einer Zugabe und herzlichem Applaus ging es weiter zum nächsten Programmpunkt.

 

Nach dem Auftritt am Samstag am Nordostufer des Karlsfelder Sees bei der Kunstausstellung, heizte die Original Effner-Band erneut ein. Diesmal in großer Besetzung beim Jazzfrühstück im Paulaner Seegarten, das bei gutem Wetter im Biergarten hätte stattfinden sollen und bei schlechtem Wetter in einem Zelt. Doch da selbst dieses bei diesem Schmuddelwetter nicht geeignet war, fand die Aufführung im Saal statt. Geert Helberg und seine Band entführten die Zuhörer mit Stücken wie „New York, New York“, „Over the rainbow“, „Yesterday“ oder „Summertime“ in eine andere Welt. 2. Bürgermeister Stefan Handl lud aus Begeisterung für die Musik- und Gesangskünste der Band zu Weißwurst und Brez’n ein.

 

Aufgrund des anhaltenden Regens mussten leider die Folgeveranstaltung „Theateraufführung der Muckerl Bühne mit Ausschnitten aus ‚Romeo und Julia‘“ sowie der Auftritt des Chores „Chorange“ direkt am See schweren Herzens abgesagt werden.

 

Die Serenade mit dem Karlsfelder Sinfonieorchester im Bürgerhaus war die Abschluss-Veranstaltung des Karlsfelder Kulturwochenendes „SEH AM SEE“ und ein besonderes Highlight. So eine Veranstaltung kann nur durch die Vernetzung und die perfekte Zusammenarbeit aller Kulturschaffenden untereinander entstehen. Bürgermeister Stefan Kolbe bedankte sich zu Beginn bei allen Mitwirkenden des „Runden Tisches Kunst & Kultur“, der im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde, um das Netzwerken zu fördern und vor allem seinem Stellvertreter Stefan Handl und Kulturreferentin Ingrid Brünich, die auch im Chor mitsang. Dirigent Bernhard Koch und Wolfgang Kraemer, der einen Chor aus Mitgliedern des Musikvereins, aus St. Josef, des Frauenchores St. Anna sowie der Liedertafel Dachau zusammenstellte, sorgten für einen musikalischen Hochgenuss und übertrafen sich selbst.

 

Den optischen Genuss brachten die selbstgemalten Bilder der Viertklässler aus der Schule an der Krenmoosstraße, die im Hintergrund auf einer Leinwand liefen und eine traumhafte Atmosphäre zauberten, die Volkstanzgruppe „D’Knödldrahra“ und die Jugendvolkstanzgruppe unter der Leitung von Getraut und Gerald Himmler, die zu den Klängen des Orchesters verschiedene Tänze aufführten. Überraschend griff Koch während eines Stückes zum Mikrofon und animierte die Zuschauer mit Mitsingen des von Wolfgang Kraemer eigens für Karlsfeld komponierten Liedes „Willkommen in Karlsfeld! Wir laden euch ein, mit uns zu singen und fröhlich zu sein. Dank unsrer Gemeinde sind wir heute hier. Unsere Gemeinschaft eint die Kultur“. „Die ganze Kultur ist eine große, endlose Zusammenarbeit“, wusste schon Johan August Strindberg (1849 - 1912), schwedischer Schriftsteller und Künstler. Und diese wird nach dem großen Erfolg des ersten Kulturwochenendes in Karlsfeld sicher fortgesetzt.

 

Foto: KA

 

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