Omikron gefährdet die allgemeine Versorgung im Landkreis Dachau

Grafik Coronavirus

Am Mittwoch, 12.01.2022, traf sich erneut die Koordinierungsgruppe Pandemie im Landkreis Dachau, um die aktuelle Coronalage zu diskutieren und sich insbesondere mit Blick auf die neue Omikron-Virusvariante zu beraten. Das Treffen der 35 lokalen Expert:innen aus Gesundheitsamt, Kliniken und Pflege- sowie Behinderteneinrichtungen, niedergelassenen Ärzten, Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei, Apotheken, ambulanter Palliativversorgung sowie Fachbereichen des Landratsamtes, Gemeinden, Schulamt und beiden Impfzentren fand unter Leitung von Landrat Stefan Löwl aufgrund der hohen Inzidenzwerte wieder digital statt.

 

Die Leiterin des Gesundheitsamtes Frau Dr. Monika Baumgartner-Schneider sieht bereits jetzt tägliche Zahlen von Infektionen, die so im Rahmen der Pandemie noch nie erreicht wurden. Waren es am Sonntag noch 109 Fälle, wurden am Dienstag bereits 222 Neuinfektionen gemeldet; also eine Verdopplung in nur zwei Tagen. Die Inzidenz stieg in den letzten Tagen ebenfalls von ca. 400 am Dienstag, auf knapp 500 gestern und über 600 heute.

 

Ein weiterer Anstieg der Zahlen wird von allen Mitgliedern der Koordinierungsgruppe erwartet. Heute mussten das Gesundheitsamt – trotz personeller Vollbesetzung – bereits kurzfristig mit 5 zusätzlichen Mitarbeiter:innen aus andern Fachbereichen des Landratsamts verstärkt werden; morgen werden 10 zusätzliche Kräfte aus dem Haupthaus bei der Ermittlung der erwartenden Neuinfektionen im Gesundheitsamt unterstützen. Landrat Stefan Löwl hat heute auch erneute Unterstützung durch die Bundeswehr angefordert und die Kreisrät:innen, welche schon in den Weihnachtsferien geholfen haben, gebeten, am Wochenende im Gesundheitsamt zu helfen.

 

Aus verschiedenen Bereichen der kritischen Infrastruktur im Landkreis wurden erste Omikron-Fälle berichtet. Sowohl die Kliniken wie auch die niedergelassenen Ärzte stellen sich auf einen coronabedingten Ausfall von Personal in den kommenden Tagen und Wochen ein. „Die Geschwindigkeit der Ausbreitung ist enorm“, sagt Versorgungsarzt Dr. Günzel und fordert gemeinsam mit den anderen Ärzten der Koordinierungsgruppe einen „Notfallplan“ für das medizinische Personal mit Blick auf die Quarantäneregelungen. Auch in den Pflegeeinrichtungen und bei den Rettungsdiensten sind vereinzelte Omikron-Ausfälle zu verzeichnen und die Entwicklung wird deshalb mit Sorge beobachtet.

 

Mit Omikron haben sich die Quarantäne-Reglungen (erneut) geändert, jedoch sind noch nicht alle angekündigten Regeländerung bereits umgesetzt worden: Die Isolation für infizierte Personen wurde aktuell auf zehn Tage reduziert, wobei nach 7 Tagen die Möglichkeit besteht, sich aus der Isolation heraus zu testen. Voraussetzung dafür ist, dass die infizierte Person seit mind. 48 Stunden symptomfrei. Die gleichen Zeitfenster für die Quarantäne gelten für enge Kontaktpersonen. Die Quarantänedauer ist hier nun ebenfalls auf 10 Tage festgesetzt und es besteht die Möglichkeit, sich nach 7 Tagen frei zu testen. Grundsätzlich ist die Freitestung in beiden Fällen sowohl mit PCR-Test wie auch mit PoC-Schnelltest möglich. Lediglich medizinisches Personal muss dafür einen PCR-Test machen, oder an den 5 folgenden Tagen jeweils einen PoC-Test machen. Schüler:innen, welche enge Kontaktperson sind und bei den systematischen Schultestungen teilnehmen, können sich bereits nach 5 Tagen frei testen und die Quarantäne verlassen.

 

Dies gilt aktuell unabhängig von Impfstatus und Virusvariante. Die weiteren, bereits von der Bundesregierung beschlossenen aber noch nicht in Kraft gesetzten Sonderreglungen, beispielsweise für geboosterte Personen, sind noch nicht umgesetzt und können daher auch noch nicht angewandt werden. Die rechtlichen Grundlagen hierfür sollen jedoch in Kürze geschaffen werden.

Die größte Sorge machen sich alle Teilnehmer:innen um die medizinische und infrastrukturelle Versorgung während der anstehenden Omikron-Welle/-Wand. Studien zeigen: Omikron ist sehr, sehr ansteckend! Der Verlauf scheint für geimpfte Personen jedoch weniger schwer. Bereits jetzt sind aber viel Mitarbeiter:innen in den unterschiedlichsten Bereichen erkrankt und fallen damit für mindestens eine Woche aus. Angesichts dieser Situation werden nun Notfallpläne in allen Bereichen überarbeitet, um eine grundlegende Versorgung auch bei den erwarteten, noch höheren Infektionsraten sicher zu stellen.

 

Ein weiteres Thema in der Sitzung der Koordinierungsgruppe war die Impfsituation im Landkreis: In den letzten Wochen wurde im ganzen Landkreis massiv geimpft, so dass der Landkreis im bayernweiten- und deutschlandweiten Vergleich deutlich vorn steht. Die Erstimpfquote liegt nun bei knapp über 75%, die Auffrischungsimpfungen bei gut 50%. Die große Herausforderung ist nun, die fehlenden, noch immer nicht geimpften Erwachsenen, Jugendliche und Kinder ab fünf Jahren zu erreichen.

 

Nach Einschätzung aller anwesenden Ärzte macht es keinen Sinn, auf einen anderen oder Omikron-angepassten Impfstoff zu warten. „Es ist jetzt notwendig, sich impfen zu lassen,“ sagen alle in der Koordinierungsgruppe vertretenen lokalen Ärzte. Ob Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung: Die Kapazitäten sind vorhanden und die Welle ist da.

Die Berichte und Studien aus anderen Ländern zeigen, dass Ungeimpfte nach wie vor ein sehr hohes Risiko haben, mit der Omikron-Variante schwer zu erkranken. Auch nach der ersten Impfung bestünde aber bereits ein gewisser Schutz. Dies schließt Kinder mit ein. Studien aus den USA und England zeigen auch, dass mit Omikron bei deutlich mehr Kindern eine Krankenhausbehandlung notwendig wird. Auch dies ist – mit Blick auf die vorhandenen Kinderkrankenhauskapazitäten - ein wichtiger Grund, die angebotenen Impfungen wahrzunehmen; für sich und alle Personen, die sich nicht impfen lassen können.

 

Der schnellste Weg zu einer Impfung erfolgt über den Hausarzt oder über die Seite https://impfzentren.bayern/citizen/. Die Impfteams des BRK und der Johanniter Unfallhilfe impfen täglich in den Gemeinden und in den beiden Impfzentren. Eine Sonderimpfaktion findet am kommenden Wochenende 14./15.01. in Hebertshausen statt. Dort werden auch Kinder ab 5 Jahren geimpft.

 

Foto: Pixabay

 

 

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