Kläranlage Karlsfeld - Beschreibung

Luftbild Klärwerk

Das Kanalnetz der Gemeinde Karlsfeld umfasst ca. 70 km. Das Abwasser wird von acht Pumpwerken zusätzlich aus tieferliegenden oder weiter entfernten Gebieten in den Hauptsammler gepumpt. Dieser transportiert das Abwasser im freien Gefälle zur Kläranlage.

 

Dort angekommen wird es als erstes von den Hebeschnecken auf ein höheres Niveau angehoben, so dass es die nachfolgenden mechanischen, biologischen und chemischen Reinigungsschritte durchlaufen kann.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Klärwerk - FeinrechenDie mechanische Reinigung umfasst den Feinrechen, den neu gebauten belüfteten Sandfang und die Vorklärung. Dabei werden Grobstoffe, Fette, Sand und Schlamm aus dem Abwasser getrennt.

 

In den beiden biologischen Reinigungsstufen, dem Belebungsbecken und Zwischenklärbecken sowie den Tropfkörpern und Nachklärbecken "fressen" Bakterien die Abwasserinhaltsstoffe aus dem Wasser heraus. Diese setzen sich hauptsächlich aus Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen zusammen. Die nicht biologisch entfernten Phosphatverbindungen werden parallel im Belebungsbecken chemisch gefällt und anschließend aus dem Abwasserstrom getrennt.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Kläranlage - BiotopBiotop der Kläranlage – bester Nachweis für sauberes Abwasser.

1987 wurde der Schönungsteich im Zuge der Errichtung der Tropfkörper auf dem Grundstück der Karlsfelder Kläranlage angelegt. Viele Pflanzen und Tiere haben sich seit dem in diesem Biotop angesiedelt und sind ein natürlicher Nachweis für die Reinigungsleistung der Kläranlage. Nach 14 Stunden Reinigung in der Kläranlage gelangt das saubere Abwasser der Karlsfelder Bürger in den Teich. Enten, Rallen, verschiedenste Fische und ein Schwanenpaar sind die Bewohner dieses „Grünen Paradieses“. Schafe grasen rund um den See die Rasenflächen ab und ein Biber sorgt für den ordnungsgemäßen Baumbestand. Der Kreislauf des Wassers ist geschlossen. Das saubere Gut fließt durch den Teich in den Krebsbach. Ein Wehmutstropfen bleibt. Nachdem so viele Tiere den Teich bevölkern, trübt dies die tatsächliche Reinigungsleistung der Kläranlage, vor dem Teich ist das Abwasser mitunter sauberer als nach dem idyllischen Grün.

 

Grossansicht in neuem Fenster: KlärwerkDer bei der Reinigung anfallende Klärschlamm wird mittels eines Siebbandes vorentwässert und anschließend der Faulung zugeführt. Im Faulturm stabilisiert sich der Schlamm und wird nach der Entwässerung rekultiviert oder verbrannt.

 

Das bei der Faulung anfallende Klärgas wird in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verbrannt und in Strom und Wärme umgewandelt. Diese Eigenerzeugung deckt 70 % des Strombedarfs der Kläranlage. Die Wärme wird in das Nahwärmenetz von Kläranlage - Bauhof - Klärwärterhaus eingespeist und deckt den Wärmebedarf des gesamten Heizungssystems bis ca. 5 °C Außentemperatur. Durch diesen Wärmeverbund werden jährlich bis zu 20.000 Liter Heizöl eingespart.

 

Um Trinkwasser zu sparen, versorgt das betriebseigene Brauchwassernetz die mechanische Reinigung sowie die Schlammbehandlung mit Grundwasser. Um bei Stromausfällen die Abwasserreinigung weiter aufrecht erhalten zu können, startet automatisch das stationäre Notstromaggregat und versorgt die Kläranlage mit Strom.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Klärwerk - LeitwarteKontinuierliche Messungen im kläranlageneigenen Labor sowie externe Untersuchungen durch das Wasserwirtschaftsamt gewährleisten die Einhaltung der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Grenzwerte.

Für einen sicheren Betrieb sorgt das Kläranlagenpersonal, das sich aus fünf Personen zusammensetzt. Diese kontrollieren und warten sämtliche Maschinen der Abwasserreinigung, steuern Prozessabläufe und führen Labormessungen durch.

 

Ein computergesteuertes Leitsystem hilft die Reinigungsabläufe zu überwachen und passt automatisch die Reinigungsleistung dem Verschmutzungsgrad des Abwassers an. Bei Betriebsstörungen außerhalb der Dienstzeit informiert das Leitsystem per Handy den Bereitschaftsdienst.

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