Informationsveranstaltungen der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

Auf Einladung der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH nahmen Mitglieder des Karlsfelder Gemeinderates sowie Karlsfelder Bürgerinnen und Bürger an Informationsveranstaltungen teil.

 

Die symbolische Überschrift der Veranstaltung lautete: „Abwicklung des Luftverkehrs über dem Bereich von Karlsfeld.“ Damit befassten sich in den vergangenen Monaten nicht nur Teile der Bevölkerung, lokale Medien und die Sendung „Jetzt red‘ i“, auch die Fluglärmkommission für den Verkehrsflughafen München nahm sich bei der Sitzung des Gremiums im Dezember letzten Jahres dieses Themas an.

 

Bei der Veranstaltung lag der Fokus bei der Verkehrsabwicklung (Anflüge) bei Betriebsrichtung Ost. Dabei nähern sich anfliegende Luftfahrzeuge dem Verkehrsflughafen München von Westen her kommend. Ausführlich erklärten die „Flugsicherer“ nicht nur betriebliche, sondern auch rechtliche Hintergründe, die bei der Flugverkehrskontrolle zu berücksichtigen sind. So ist es beispielsweise der gesetzliche Auftrag der DFS, Luftverkehr sicher, geordnet und flüssig abzuwickeln. Die DFS erklärte auch, dass die Luftfahrtbehörden und die Flugsicherungsorganisation auf den Schutz der Bevölkerung vor unzumutbaren Fluglärm hinzuwirken haben. Welche Überlegungen zusätzlich bei den Planungen von Flugverfahren anzustellen sind, wurde unter anderem am Zusammenspiel zwischen An- und Abflügen umfassend erläutert. Sehr schnell wurde klar, dass sinnvolle Veränderungen von Flugverfahren nicht beliebig vorgenommen werden können und grundsätzlich jede Modifikation Auswirkungen an einer anderen Stelle hat.

 

Auch auf die Frage, „Wie hoch müssen denn die Luftfahrzeuge über Karlsfeld mindestens sein?“ gab es eine Antwort. So betragen die untersten nutzbaren Flughöhen, die sogenannten Radarführungsmindesthöhen, über dem Bereich Karlsfeld aktuell zirka 580 m über Grund bzw. zirka 730 m über Grund. Bei der täglichen Verkehrsabwicklung werden für Anflüge bei Betriebsrichtung Ost im Bereich von Karlsfeld im Regelfall Flughöhen zwischen 730 m über Grund und 1900 m über Grund genutzt. Welche Flughöhen den Piloten vom Fluglotsen zugewiesen werden, hängt von Faktoren wie beispielsweise der Verkehrsmenge, der daraus resultierenden Komplexität, den Wechselwirkungen zwischen Anflügen auf die Nord- und Südpiste oder der verbleibenden Flugstrecke ab. Juristisch betrachtet ist auch die Zuweisung von Flughöhen ein Verwaltungsakt. Die entsprechenden Anweisungen sind von den Piloten grundsätzlich umzusetzen. Es gehört zu den originären Aufgaben eines Fluglotsen, diese Umsetzung mittels Radar zu überwachen.

 

Am Ende des 4-stündigen Vortrages, in dem die komplexen Zusammenhänge bei der Abwicklung des Luftverkehrs anschaulich erklärt wurden, kam man unter anderem zu dem Schluss, dass es zu den momentan veröffentlichten Flugverfahren keine sinnvollen Alternativen ohne „Nebenwirkungen“ gibt.